Suche
Suche Menü

Die Hochsensibilität & der Stress – eine Geschichte über Abhängigkeit

warning-light0

Hochsensible Menschen erreichen durch die dauernde hohe Reizbelastung, der sie ausgesetzt sind, deutlich schneller ihre Stress-Belastungsgrenze als normal sensible Menschen.

Stress ist sowohl ein psychischer als auch ein körperlicher Zustand der auftritt, wenn wir eine Situation als negativ bewerten oder als Überforderung erleben.

Welche äußeren Reizbedingungen oder Stressoren wir als Belastung empfinden, ist auch unter hochsensiblen Menschen individuell sehr unterschiedlich. Meist spielt das Grundbedürfnis nach Kontrolle & Orientierung aber eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Unser Körper unterstützt uns vor allem mit der Hormon- & Neurotransmittersteuerung automatisch dabei, unser inneres Stressgleichgewicht auf einem guten Niveau zu halten.

Das Stresserleben an sich hat eine lebensnotwendige Funktion, wenn Gefahr oder Überforderung drohen. Es erhöht automatisch Puls, Herzschlag, Atem & Transpiration. Es werden Stresshormone wie Adrenalin & Cortisol ausgeschüttet, die Muskulatur spannt sich an.

Durch die Überfrachtung des Systems mit bestimmten Hormonen kommen wir leichter ins Handeln. Das Denken läuft nur noch in bestimmten Bahnen ab.

Findet der Mensch eine Stress-Bewältigungsstrategie, ebbt der Stress ab. Hat er keine Bewältigungsstrategie, bleibt der Körper in Alarmbereitschaft. Dies kann zu chronischem Stress führen.

Chronischer Stress, der in hohem Maße auf hochsensible Menschen zutrifft, schwächt das Immunsystem, führt zu Selbstwerteinbrüchen, Kopfschmerzen, Ängsten, Depressionen, Ineffektivität, Verlust der Erholungsfähigkeit,… Er schädigt sogar Hirnzellen.

Unser Körper ist nicht auf solch eine Dauerüberlastung eingerichtet: er wird krank. Auch hier schlägt das Hochsensibilitäts-Syndrom wieder voll zu! Denn es handelt sich um automatisch ablaufende Körperreaktionen, auf die wir erst Einfluss nehmen können, wenn wir sie uns bewusst gemacht & geeignete Veränderungs-Strategien ausgemacht haben.

Und wenn Stress gepaart mit körperlichen Schwächen auftritt, erhöht das unser Risiko für Krankheiten auf dramatische Art & Weise!

Was passiert nun eigentlich im Körper, wenn wir „zu viel“ Stress haben oder das Gefühl, dass wir unseren Stress nicht mehr bewältigen können?

Unsere ganze Stress-Bewältigungsmaschine, die sogenannte HHNA-Stressachse (Hypothalamus- Hypophysen-Nebennieren-Achse) kommt dabei aus dem Gleichgewicht.

Diese Hormonachse besteht aus mehreren Drüsen die miteinander kommunizieren & die über ein Rückkopplungssystem gesteuert werden. Der Hypothalamus (Hirnanhangsdrüse) misst die im Blut vorhandene Cortisolmenge & spricht quasi mit der Nebenniere die Menge der benötigten Cortisol- Ausschüttung ab. Ist genug vorhanden, wird nicht noch mehr ausgeschüttet. Übermäßiger Stress stört diese Rückkopplungssysteme & kann zu Fehlregulationen führen.

Da der Hypothalamus gleichzeitig dafür zuständig ist, verschiedene Neurotransmitter wie Noradrenalin, Serotonin, Acetylcholin sowie Dopamin zu transportieren & zu regulieren, gerät auch dieses System ins Ungleichgewicht.

Die Hypophyse, die die Hormone für den Hypothalamus reguliert, setzt unter anderem auch das körpereigene Stresshormon Cortisol frei, dass uns bei Stress Energie bereitstellt, das Immunsystem dämpft sowie unseren emotionalen Zustand beeinflussen kann.

Bei langanhaltendem Stress kann es sich allerdings auch auf unsere Gedächtnisleistung & den Schlaf negativ auswirken, sowie die Ausschüttung von Immunbotenstoffen oder Fieberreaktionen unterdrücken. Ständiger Cortisolbedarf kann auch zu einer Erschöpfung der Nebenniere führen & viele weitere Symptome auf den Plan rufen.

Das heißt: Eine kurze & kontrollierbare Stressreaktion aktiviert & vitalisiert uns & unseren Körper. Sie ist hilfreich, erwünscht & tut uns gut.

Eine chronische Stressbekämpfung dagegen kann uns sogar schaden, weil der Körper aus dem Gleichgewicht kommt & die wunderbar komplex ineinander greifenden automatisch ablaufenden Reaktionen unseres Körpers aus dem Ruder laufen, weil sie für langanhaltenden Stress nicht konzipiert sind…

Es hat sich übrigens herausgestellt, dass reine Entspannungsmethoden bei chronischem Stress gar nicht so effektiv sind. Zum Ziel führen eher regelmäßige Bewusstseins- oder Achtsamkeitsübungen & Meditation! Für Hochsensible sind außerdem Abgrenzungsübungen & eine Aufarbeitung der Bindungserfahrung sehr sinnvoll.

Denn ein besonders hohes Stresslevel haben alle hochsensiblen Menschen! Die effektivste Strategie im Umgang mit dem Stress ist es, eine neue & andere, sehr bewusste Sichtweise auf den Stress einzunehmen & nicht, ihn einfach nur los zu werden.

Schauen Sie sich hierzu auch die kleine Bewusstseins-Übung von mir an! Das kann ein erster Einstieg auf dem Weg sein.

Viel Erfolg mit einer neuen Sichtweise auf den Stress & ♥ – liche Grüße von
Susanne Steed-Pfäffle

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Nach oben