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Traumafolge Hochsensibilität

Hochsensibilität kann in einem sehr jungen Lebensalter durch die Art der Bindungserfahrung entstehen.
Ist der Säugling mit unsicheren Bindungspersonen konfrontiert, kann sein Körpersystem auf drei verschiedene Weisen darauf reagieren.

  1. Der Säugling kopiert die Unsicherheit & ahmt das Verhalten seiner Bindungspersonen nach. Dafür muss er seine eigenen Bedürfnisse unterdrücken. Die Folge davon kann eine Abstumpfung der Persönlichkeit sein. Diese Menschen werden als Erwachsene eher mindersensibel sein. Dieses ist keine bewusste, sondern eine unbewusste Wahl, die das Körpersystem intuitiv, also automatisch trifft.
  2. Das kleine Kind spürt die Unsicherheit der Bindungsperson & weiß intuitiv, dass etwas nicht „stimmt“. Natürlich kann es überhaupt noch nicht einordnen, was genau nicht stimmt. Es übernimmt automatisch seine Bedürfnisbefriedigung selbst, da die Nichtbefriedigung der Grundbedürfnisse einen Überlebensmechanismus anwirft. Um Einordnung & Sicherheit zu gewährleisten beginnt der Säugling unterbewusst, seine Umgebung zu scannen und alle Fühler auszustrecken. Alle Sinne werden überdurchschnittlich gut geschult, um die Unsicherheit durch Bezugspersonen auszugleichen. Dies nennt man Hochsensibilität. Die Bedürfniserfüllung ist eigentlich die Hauptaufgabe der Bindungspersonen im frühen Kindesalter & keinesfalls die Aufgabe des Säuglings. Deshalb stellt diese unterbewusste Aufgabenverteilung eine absolute Überforderung für den Säugling dar. Er ist im Dauerstress!
  3. Bei der dritten Reaktionsmöglichkeit auf Unsicherheiten im Umfeld spürt das Kind – wie bei Nummer 2 – auch, dass etwas anders läuft als es sollte. Hier wird aber vor allem die Übermacht des Systems und damit der Bindungspersonen gespürt. Das Kind verfällt in eine Art Erstarrung. Der Säugling spürt, dass er nichts ausrichten kann und reagiert mit Resignation. Sein System findet keine Lösung für die Unsicherheit um ihn herum. Im späteren Leben sind dies oft Menschen, die relativ schnell aufgeben, nicht sehr viele Lösungen parat haben. Ein klassischer Ausspruch wäre hier: „Da kann man halt nichts machen. So ist das eben.“ In der Regel stumpfen diese Säuglinge eher ab als dass sie hochsensibel werden. Aber beides ist möglich. Hier tritt die Sensibilität oft erst später im Leben zutage.

Egal, wie das Körpersystem des jeweiligen Säuglings reagiert: Immer handelt es sich um eine Überforderung für das Kind. Es sind unterbewusste Überlebensstrategien, die ablaufen, weil der Säugling seine Grundbedürfnisse nicht genügend erfüllt bekommt. Es ist ein traumatisches Erlebnis zu Beginn des Lebens, welches einen großen Einfluss auf das weitere Erleben, den Stresspegel & damit auch auf die körperliche Ebene dieses Menschen haben kann.
Solche Traumata sollten bearbeitet & aufgelöst werden, damit sie nicht ein Leben lang aus dem „Off“ auf uns einwirken.

Eure Susanne Steed-Pfäffle

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